Einsamkeit

Seit mehr als 3o Jahren lebe ich nun mit permanenten Schmerzen.

Und nur Menschen, die chronische Schmerzen kennen, wissen, was das wirklich bedeutet.

Weißt Du auch, wie sich das anfühlt?

Es macht u.a. unendlich einsam!

Die Ärzte hatten mich schon vor langer Zeit aufgegeben, bzw. mir gesagt, ich müsse damit leben.

Aber das kam für mich mit Mitte 20 als „Lösung“ überhaupt nicht in Frage.

Denn ich bin überzeugt davon, dass Schmerzen, wenn sie irgendwie entstanden sind, auch irgendwie wieder gehen können.

Also unheilbar war und ist für mich keine Option.

Dieser Antrieb hat mir immer wieder die Kraft gegeben, neue Wege auszuprobieren, um Puzzleteile für meine Heilung zu finden, solange, bis ich ganz gesund bin.

Auf diesem Weg habe ich viele Menschen gehen sehen, die mit meinen Schmerzen, meinem Leid nicht umgehen konnten.

Teilweise haben sie es mir direkt ins Gesicht gesagt, dass sie es nicht mehr aushalten.

Das hat mich sehr verletzt und auch wütend gemacht.

Aber was konnte ich tun?

Ich konnte sie nicht zurückhalten, und mir blieb auch  nicht die Möglichkeit, von meinen Schmerzen wegzugehen.

So wurde es von Jahr zu Jahr immer stiller um mich herum.

Menschen, die mich aushalten konnten, d.h. einfach Da waren für mich, ohne den Zwang ,mir irgendwie helfen zu müssen, gab es kaum.

Freunde in meiner näheren Umgebung hatte ich nicht.

Also blieb nur das Telefon.

Wie gerne hätte ich mich einfach nur einmal in den Arm nehmen lassen.

Bei den Freunden, die mir blieben, habe ich später immer sorgfältig darauf geachtet, sie mit meinen Schmerzen, meinen Tränen, meiner Verzweiflung, nicht zu überfordern.

So habe ich nur noch 14-tägig mit Ihnen telefoniert.

Das ist die Fürsorge, die ich für meine Freunde leisten konnte; denn es ist ganz sicher auch nicht einfach für die Umwelt, mit der eigenen Hilflosigkeit umzugehen.

Aber mit den Jahren, den vielen erfolglosen Erlebnissen, wurde ich auch hier immer stiller. Das Gefühl, nicht wirklich verstanden zu werden zu können, verstärkte meine Einsamkeit noch mehr.

Und nach den vielen Jahren konnte ich spüren, dass fast niemand, auch von meinen Liebsten, wirklich noch an Heilung glauben konnte.

Die einzige, die daran unerschütterlich glaubte außer mir, ist meine Tochter. Ohne sie weiß ich auch nicht, ob ich diesen heftigen Weg durchgehalten hätte.

Mittlerweile habe ich gelernt, mit dieser Einsamkeit umzugehen. Dazu in späteren Beiträgen mehr.